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Medienmitteilung 40 Jahre Stiftung Tanne
Vom Taubblinden-Heim zum Kompetenzzentrum
Die Tanne, Schweizerische Stiftung für Taubblinde, hat in den 40 Jahren ihres Bestehens die Förderung von mehrfach sinnesbehinderten Menschen weiterentwickelt. Heute leben und lernen 20 Kinder und Jugendliche sowie 40 Erwachsene in der Tanne. Rund 140 Mitarbeitende bilden, betreuen und beraten sie. Ihr Anliegen ist die möglichst frühe Förderung in den Bereichen der Wahrnehmung und Kommunikation und die Weitergabe von Wissen über die Tanne hinaus. Von den Tanne-Kompetenzen profitieren auch weitere sinnesbehinderte Menschen und ihre Begleitpersonen.
Mit Unterstützung namhafter Personen und Dank dem Stiftungskapital der aufgelösten Genossenschaft Tanne, einem alkoholfreien Restaurant für Studenten, konnte 1970 in einem Einfamilienhaus im Zürcher Kreis 8 die erste Schule für 7 taubblinde Kinder eröffnet werden. Sie wurde damals von der Heilpädagogin Dorothea Goldschmid geleitet.
Von Anfang an war die Wahrnehmungs- und Kommunikationsförderung von mehrfach sinnesbehinderten Menschen Ziel und Herausforderung zugleich. Dies in einer Zeit, als das Bewusstsein für die Notwendigkeit spezifischer Bildung und Betreuung für Menschen mit dieser Behinderung nicht vorhanden war.
Heute erfährt man in der speziell ausgestatteten Tanne, wie sich mehrfachbehinderte Menschen mit Hör- und/oder Sehbehinderung trotz extremer Einschränkung entwickeln können. Begleitpersonen ermöglichen ihnen Erfahrungen, als Kommunikationspartner und durch angepasste räumliche Umweltbedingungen. Beispielsweise macht ein schwingender Boden Musik erlebbar, Schaukelgeräte unterstützen das Gleichgewichtstraining und die tiefere Temperatur im Gang hilft bei der Orientierung.
So früh wie möglich fördern
Die Tanne richtet grösste Aufmerksamkeit auf die Förderung in den ersten Lebensjahren. Die Entwicklungspotentiale eines mehrfach behinderten Kindes werden möglichst früh zusammen mit den Eltern und Fachpersonen abgeklärt. In Abstimmung mit ihnen werden fördernde Umweltbedingungen eingerichtet und das Leben und Lernen für jedes Kind optimiert. Peter Schaub, Präsident der Tanne: «Die verschiedenen Sinnesbehinderungen sind bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt und sollen möglichst früh erfasst werden. Entsprechend soll die Wahrnehmungs- und Kommunikationsförderung auf jedes Kind individuell abgestimmt werden. Entwicklung ist in der Tanne ein Leben lang und in allen Lebensbereichen möglich.»
Wissen vernetzen – Voneinander profitieren
Die Tanne richtet sich heute verstärkt danach aus, Wissen und Erfahrung zu teilen: Die in 40 Jahren gewonnenen Erkenntnisse dienen dem professionellen Umgang mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit, von dem auch andere Menschen mit Sinnesbehinderung, beispielsweise Menschen ohne Lautsprache, einen Nutzen haben können. Die Fachleute der Tanne unterstützen Betroffene und Fachleute in der ganzen deutschsprachigen Schweiz. Dabei geht es um das interdisziplinäre Lösen gemeinsamer Probleme. Erika Steiger, Zentrumsleiterin: «Unser Ziel ist es, dass jedes hörseh- oder taubblind geborene Kind in der Deutschschweiz direkt oder indirekt von den Kompetenzen der Tanne profitieren kann.»
Einblick in das Wirken der Tanne bietet das Geburtstagsfest am Samstag, 29. Mai, die Tagung «Lernen optimieren – bei Wahrnehmungs- und Kommunikationsbeeinträchtigung» am 25. August, der Dokumentarfilm «Wenn Hände sehen und Herzen hören» und weitere Unterlagen»; zu bestellen unter www.tanne.ch/infomaterial
Tanne-Gebärden
In der Tanne wurden Gebärden entwickelt, die das Kommunizieren ohne Hören und Sehen unterstützen. Sie sind primär für hör- und sehbehinderte Menschen mit kognitiven Einschränkungen entwickelt worden, und sie sind auch für mehrfach behinderte Menschen ohne Lautsprache geeignet. Die Gebärdensammlung umfasst heute 500 Gebärden. Weitere Infos
Anlässe im Jubiläumsjahr
| Samstag, 29. Mai | Jubiläumsfest für Interessierte, Spender, Freunde |
| Mittwoch, 25. August | Tagung mit Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth für Fachpersonen und Betroffene |
| 13. - 17. September | Projektwoche mit Zirkus Pipistrello und Langnauer Schulklasse |
| Samstag, 18. September | Zirkus-Aufführung |
| Samstag, 11. Dezember | Besinnliche Feier mit Andrew Bond |
Kontakt für Medienanfragen
Erika Steiger Forrer, Zentrumsleiterin
+41 44 714 71 00
Aktuell
| 06.06.2012 | Besuchstag in der Tanne |
| 07.09.2012 | Fachtagung „Vergessene Sinne“ mit David Brown |

