Tanne – Schweizerische Stiftung für Taubblinde

Liebe Tanne-Newsletter-Gemeinschaft

Weiterhin sind wir alle bedroht und herausgefordert durch das neue Coronavirus. Es trifft Menschen mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit besonders hart: Was jetzt, wenn Hände sehen und Herzen hören?

Die Krise macht im Gutem verstärkt erlebbar, dass Menschen kreativ sind und solidarisch. Dass wir gemeinsam und gestaltend Situationen und Orte zu echten Lebensräumen machen können - bei allen Einschränkungen.

In diesem Newsletter teilen wir solche Lebensraum-Entwicklungen mit Ihnen und dir: Lösungen der Tanne im Umgang mit dem Virus, mit Möglichkeiten des Selbst-Ausdrucks, mit der Chance, neu bauen zu können.

Bleiben wir gemeinsam dran: Am Gestalten, Erhalten und Erweitern von Lebensräumen!

 
PORTA-Gebärde für SEIN
PORTA-Gebärde für MIT
PORTA-Gebärde für ANGST
Leben mit der Virus-Gefahr

Das neue Coronavirus schafft für uns alle eine Situation, die wir so noch nie erlebt haben - weltweit. Sie dauert an und zugleich scheint sich die Lage in der Schweiz gut zu entwickeln.

Wie kann so etwas besprochen werden mit Kindern und Erwachsenen mit angeborener Hörsehbehinderung, Taubblindheit oder verwandter mehrfacher Sinnesbehinderung? Wie mit kleineren Kindern oder mit Kindern und Erwachsenen mit kommunikativen und kognitiven Beeinträchtigungen?

Wie können Zeiten mit einschränkenden Schutz-Massnahmen auch Sinn-voll spielerisch gestaltet werden?

Diese temporär betriebene Web-Seite stellt ausgesuchtes Material der Tanne für eine breitere Nutzung zur Verfügung. Um Lebensräume zu behaupten und neu zu eröffnen - trotz und mit allem.
 
Logo Deafblind International: Eine mintgrüne Weltkugel oberhalb von zwei in Kelchform nach oben geöffneten Händen, darunter der violett und mintgrün gesetzte Organisationsnamen
Die aktuelle Pandemie ist eine ganz besondere Herausforderung für Menschen, die angewiesen sind auf die taktile Wahrnehmung - weltweit.

Die Tanne übernimmt auch darum verstärkt Verantwortung für die internationale Entwicklung der Taubblindenpädagogik. Nach der Wahl ins Vize-Präsidium von Deafblind International DbI im Sommer 2019 ist die Tanne neu auch Botschafterin für DbI. Sie sorgt damit dafür, dass die spezifischen Anliegen von Menschen mit Hörsehbehinderung und Taubblindheit weltweit verstärkt wahrgenommen werden.

Was die Pandemie spezifisch bedeutet: Das war jüngst Thema in der allerersten Webinar-Serie von DbI, unterstützt und mitorganisiert durch die Tanne. Hier sind die Videos zu den Webinartagen vom 22. bis zum 26. Juni - in der Deafblind Awareness Week 2020.
 
PORTA-Gebärde für SELBER
PORTA-Gebärde für SPRECHEN
Selbst-Ausdruck

"Self-Expression and Congenital Deafblindness": Das war im virusfreien Sommer 2018 Thema eines aussergewöhnlichen Kongresses, organisiert von der Tanne und von Oberlin Lebenswelten.

Ein Kongress, der sein Thema lustvoll ernst nahm. Mit einem Film-Projekt für alle. Drei Theatergruppen mit Menschen mit Hörsehbehinderung. Echten Workshops. Zwei kurzen, dafür umso inspirierenderen Impulsreferaten. Mit einer Boutique-Grösse von 80 Teilnehmenden inkl. KünstlerInnen. Und einem Jugendstil-Kongresshotel mitten im UNESCO Welterbe der Berglandschaft zwischen dem schweizerischen Thusis und dem italienischen Tirano.

Das Thema beschäftigt uns nach wie vor lebhaft. Das liegt in der Natur der Sache: Mensch kann sich gar nicht nicht ausdrücken, genauso wenig wie mensch nicht nicht kommunizieren kann. Dabei kommt Selbstausdruck durchaus ausserhalb von Interaktion und Kommunikation vor und ist nicht beschränkt auf Menschen.

Gern teilen wir hier einerseits die Kongress-Bearbeitung mit dem Link zum Kongressfilm.
Hand unter Hand am Steel-Drum
Andererseits machen wir gern auf unser Musikleben aufmerksam. Mit dem Neubau haben wir einen wunderbaren Musikraum eingerichtet - wahrlich ein Raum der 1001 Möglichkeiten des Selbstausdrucks mit musikalischen Mitteln. Mit Rhythmus beispielsweise und Variationen von Vibrationen.

Unsere Erfahrung teilen wir auch in Form von Beratung & Unterstützung beim Einrichten oder Wiederbeleben von Musikräumen. Nicht verwaist und verstaubt, sondern voll bespielt und nachhaltig sinnvoll: Das sind die Musikräume, die wir gemeinsam mit Ihnen/mit dir zum Klingen bringen. Auch dann, wenn KlientInnen auf andere Art wahrnehmen und MusikerInnen rar sind im Team.

Mit
-       Bestandes-/Wunsch- und Zielaufnahme vor Ort
-       Darauf basierender Offerte zur passenden (Neu-) Ausstattung
-       Bestellung und Bestellungsmanagement
-       Einrichten vor Ort
-       Übergabeschulung von 1-2 für den Raum verantwortlichen Personen vor Ort

gestalten wir den Prozess gemeinsam mit den KundInnen von A bis Z, mit einem Aufwand von rund 30 Stunden zu pauschal 2500 CHF.

Die Beratung übernimmt unser langjähriger Musiker und Musikpädagoge René Berera. Seine Erfahrung und sein Netzwerk in der Live-Musik ist alles andere als Standard und erspart einen teuren, aber ungenutzten Musikraum.

Erleben Sie René Berera in diesem TV-Beitrag.
PORTA-Gebärde für NEU
PORTA-Gebärde für BAUEN
Neu bauen für passende Lebensräume

Gerade eben beziehen fünf Wohngruppen den umgebauten Teil der Tanne der 1990-er Jahre. So gut und zugleich so sanft wie möglich wurden diese gebauten Lebensräume den aktuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst. Ganz wichtig waren dabei eine verstärkte Rollstuhlgängigkeit und eine Beleuchtung, die den heutigen Anforderungen bei Sehbehinderung genügt.

Wie aber werden Bauten Menschen mit angeborener Hörsehbehinderung, Taubblindheit und verwandter mehrfacher Sinnesbehinderung gerecht?

Ganz neu denken konnte die Tanne das zusammen mit dem Architektur-Team von Scheibler & Villard GmbH im Rahmen der beiden Neubauten. Bezogen wurden sie im Frühling 2019. Dieser Umzugsfilm gibt anhand von Portraits Einblick in den Umzug, die Bauten und das grundlegende, multisensorische Kontrast-Konzept.

Die Film-Premiere ist übrigens im Rahmen der 17. Weltkonferenz von Deafblind International im Sommer 2019 erfolgt. Mehr ist bald erhältlich: In Vorbereitung ist eine Publikation zu den Neubauten. Gemeinsam verfasst mit den ArchitektInnen macht sie das Kontrast-Konzept anschaulich und spiegelt, was dafür die Grundlage ist: Ein offener Dialog zwischen Architektur und Sonderpädagogik.
 
Tanne
Schweizerische Stiftung für Taubblinde
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